Passagiere sitzen 16 Stunden in defektem Flugzeug fest. Und an Bord wird es kälter und kälter

Für rund 250 Menschen sollte es eigentlich ein normaler Flug von Newark im US-Bundesstaat New Jersey nach Hongkong werden, doch er endete in einer stundenlangen Tortur in eisiger Kälte, wie unter anderem der kanadische Fernsehsender CBC berichtet.

Wegen eines medizinischen Notfalls musste die Maschine vom Typ Boeing 777 am Samstagabend (Ortszeit) in der Stadt Goose Bay im Nordosten Kanadas zwischenlanden, 1700 Kilometer von Newark entfernt. Ein Passagier wurde dort von Rettungskräften in Empfang genommen und ins Krankenhaus gebracht.

Fluggäste hingen 16 Stunden fest

Für die übrigen Passagiere begann ein stundenlanger Aufenthalt. Ein technisches Problem habe den Weiterflug der Maschine verhindert, teilte die Fluggesellschaft United Airlines dem TV-Sender mit. Womöglich war eine Tür bei den eisigen Temperaturen festgefroren. Für die Fluggäste hieß dies: warten, warten, warten. 16 Stunden lang. 16 Stunden, in denen die Temperatur in dem Flieger immer weiter sank, schließlich lag die Außentemperatur in der Nacht bei bis zu minus 30 Grad Celsius. Es sei sehr schnell „ungemütlich“ geworden, sagte ein Passagier CBC. Die von der Crew verteilten Decken hätten nicht geholfen, sich ausreichend gegen die Kälte zu schützen, die Wut der Festsitzenden sei groß gewesen. Erst nach etwa zehn Stunden habe es zudem Speisen und warme Getränke für die Frierenden gegeben. „Selbst der Anblick von Essen munterte nicht jeden auf.“

Dass die Menschen das Flugzeug nicht verlassen durften, um sich im Airportgebäude aufwärmen zu können, soll mit Zollvorschriften zusammenhängen. An dem Flughafen in Goose Bay gebe es in den Nachtstunden keine Grenzbeamten – und ohne Kontrolle keine Einreise, auch nicht für wenige Stunden.

Nach 16 Stunden konnten die Passagiere am Sonntagmorgen letztendlich in ein inzwischen gelandetes Ersatzflugzeug umsteigen. Für sie ging es zurück zum Ausgangspunkt nach Newark.

United Airlines bedauerte den Vorgang und bat die Passagiere laut CBC um Entschuldigung. Die Crew habe alles getan, um den Fluggästen zu helfen.

Quellen:CBC, CNN, Twitteraccount von Passagier Sonjay Dutt, Wetterdaten Goose Bay