Studenten klagen über Schmerzen
Im US-Journal „Biofeedback“ erklärt Erik Peper, Mitautor der Studie: „Wenn die Körperposition hoch und aufgerichtet ist, kann die Rückenmuskulatur problemlos das Gewicht von Kopf und Hals tragen.“ Das seien etwa 5,4 Kilogramm. „Neigt man den Kopf dagegen um 45 Grad nach vorn, vervielfältigt sich die Belastung, weil der Hals zu einer Art Hebel wird“, so Peper weiter. In ihrer Studie sollten sich 87 Studenten zunächst aufrecht hinsetzen und den Kopf zu beiden Seiten drehen. Danach sollten sie das Gleiche mit nach vorn geneigtem Kopf wiederholen. Das Ergebnis: 92 Prozent konnten ihren Kopf schlechter drehen als zuvor.
In einem zweiten Versuch verharrten 125 Studenten 30 Sekunden in der „ungesunden“ Haltung mit vorgebeugtem Kopf. 98 Prozent berichteten danach über diffuse Schmerzen im Kopf, im Nacken oder in den Augen. Von ständigen Ermahnungen, gerade zu sitzen, halten die Wissenschaftler nichts. „Experimente, die eine Wirkung deutlich machen, sind viel hilfreicher für eine gute Haltung“, heißt es in dem Artikel weiter.
Krumme Haltung: Absichtlich übertrieben
Peper ist überzeugt davon, dass jeder sehr schnell etwas gegen seine schlechte Haltung am Schreibtisch tun kann. „Wir empfehlen, absichtlich wiederholt und übertrieben in die krumme Haltung zu gehen, um die Aufmerksamkeit für eine gute Haltung zu steigern.“
In Deutschland sitzen täglich mehrere Millionen Berufstätige im Büro vor einem Bildschirm. Insbesondere in Großstädten arbeitet mittlerweile fast jeder Zweite am Schreibtisch. Laut aktuellem DKV-Report 2018 – „Wie gesund lebt Deutschland?“ sitzen knapp 30 Prozent der Deutschen täglich vier Stunden und mehr an ihrem Arbeitsplatz.